Beschreibung: Drama. Agenten sterben einsam – und das ist so ziemlich das einzige Klischee aus der Welt der Thriller-Superspione, das auch den Realitätscheck besteht. Alles, was davor kommt, ist unglamourös, dreckig und beinhart.
CIA-Mann Roger Ferris (Leonardo DiCaprio) hat gerade einen Kollegen und Freund bei einem Attentat im Irak verloren – sein Pech, was lässt er sich auch auf so etwas wie Freundschaft ein. Jetzt operiert er undercover in Jordanien, sein Ziel ist es, den international gesuchten islamistischen Terroristen-Capo Al Salim aufzuspüren.
Während Ferris vorn an der Front täglich Leib und Leben riskiert, wacht daheim im „Homeland“ jemand über jeden seiner Schritte: In einem unauffälligen Reihenhaus sitzt der dickliche Familenvater und Technik-Freak Ed Hoffman (Russell Crowe). zieht mit Headset und Laptop die Fäden von Ferris' Operationen und hält durch ein ferngesteuertes, unbemanntes Miniflugzeug Kontakt.
Eigentlich sollten der Agent an der Front und sein Kontaktmann daheim, „Handler“ genannt, sich voll aufeinander verlassen können – doch die beiden Männer trennen nicht nur Tausende Kilometer, sondern auch die Auffassung, wie so eine sensible und gefährliche OP wie das Aufspüren eines Superterroristen im Feindesland zu bewerkstelligen sei. Ferris ist ein Oldschool-Agent, ein Draufgänger, der keine Angst davor hat, sich selber die Hände schmutzig zu machen, solang er sich am Morgen noch in den Spiegel sehen kann. Hoffman dagegen ist ein hochintelligenter Stratege, für den das richtige Ergebnis jede Methode rechtfertigt. Im Krieg sind alle Mittel erlaubt – und Meinungsverschiedenheiten tödlich: Ein Einsatz, der wegen der Meinungsverschiedenheiten zwischen Ferris und Hoffman schrecklich schief geht, ist nur der Anfang einer brisanten Kettenreaktion aus Verrat, Lüge, Terrror und Gewalt.
Mit Der Mann, der niemals lebte verfilmte Ridley Scott einen Bestseller von David Ignatius – und setzt einen explosiven Kontrapunkt zu stylishen, überinszenierten Agenten-Mythen. Diese Story ist zwar auch „nur“ erfunden, basiert aber auf Ignatius' langjährigen Recherchen und bemüht sich um beinharten Realismus. „Ridley Scott kleckert nicht, er klotzt“schrieben wir vor Jahren. Noch immer lässt sich der Meister der kraftvollen Filmsprache nicht von Details ablenken, und erzählt doch mit großer Sorgfalt seine Geschichte vom Krieg als blutige Spielwiese menschlicher Schwäche – gewaltig, total spannend und brillant gespielt: Die beiden Hollywood-Superstars Crowe und DiCaprio spielen mit viel Kraft hart an ihre Grenzen und gehen völlig in ihren Rollen auf. Und so funktioniert dieser Film auf mehreren Ebenen: Als actionreiches (Anti-)Kriegsdrama, als gefinkelter Spionage-Krimi – und nicht zuletzt als superdramatische Love-Story, die sich um den entscheidenden Agentenfehler dreht: Das Herz sprechen zu lassen.
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